Seid lebendiger Ausdruck der Güte Gottes:

Güte in eurem Gesicht,

Zärtlichkeit in euren Augen,

Liebe in eurem Lächeln,

                                                        Wohlwollen in eurem Gruß.

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Abendgebet im Advent

Aus: Albert Dexelmann, Der Tag klingt aus, die Nacht bricht an. 101 Abendgebete. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2002.


 

Gott unseres Lebens,
es wird Abend. 
Wir halten inne,
erinnern die Wegstrecke dieses Tages, 
lassen die Seele nachkommen. 
Sie ist gezeichnet
von Projekten und Geschäften 
und manchen Sorgen dieser Welt. 
Hilf, dass wir das ablegen können -
es gehört nicht so eng zu deinem Reich 
und deinem Advent - 
eher die Liebe.
Aus den Begegnungen von heute 
glüht sie nach.
Auf dein kommendes Reich hin 
wärmt sie vor.
Falte unser Wesen ein 
in diese Liebe,
birg uns in deiner Hut.
Du empfiehlst uns Wachsamkeit 
und gönnst uns Ruhe.
Das kann nur in Liebe geklärt werden. 
Da wir das Licht löschen
und die Augen schließen,
atme uns dein Geist ein und aus.
Andere Hände regen sich
und unser Lobgesang wandert weiter 
zu fernen Ländern. 
Uns aber schenke tiefe Ruhe 
und mitten darin
ein adventliches Harren.

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               Welttag der Armen

                    Papst Franziskus


 

6. Zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit wollte ich der Kirche den Welttag der Armen schenken, damit in der ganzen Welt die christlichen Gemeinden immer mehr und immer besser zum konkreten Zeichen der Liebe Christi für die Letzten und Bedürftigsten werden. Ich möchte, dass dieser Welttag zur Liste der anderen hinzugefügt wird, die meine Vorgänger eingerichtet haben und die zu einer Tradition in unseren Gemeinden geworden sind. Er vervollständigt das Gesamtbild, indem er ein zutiefst evangeliumsgemäßes Element hinzufügt: die besondere Vorliebe Jesu für die Armen.

Ich lade die gesamte Kirche sowie alle Menschen guten Willens ein, an diesem Tag ihren Blick auf die zu richten, die mit ausgestreckter Hand um Hilfe bitten und auf unsere Solidarität hoffen. Es sind unsere Brüder und Schwestern, geschaffen und geliebt vom einzigen Vater im Himmel. Dieser Welttag will zuerst die Gläubigen anspornen, damit sie der Wegwerfkultur und der Kultur des Überflusses eine wahre Kultur der Begegnung entgegenstellen. Gleichzeitig ist die Einladung an alle Menschen gerichtet, unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit, damit sie sich als konkretes Zeichen der Brüderlichkeit für das Teilen mit den Armen in jeder Form der Solidarität öffnen. Gott hat den Himmel und die Erde für alle geschaffen. Es sind die Menschen, die leider Grenzen, Mauern und Absperrungen aufgerichtet haben, und die dabei die ursprüngliche für die ganze Menschheit bestimmte Gabe ohne jeden Ausschluss verraten haben.

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„Ein Mensch,

der Christus sucht und der sich von Christus suchen lässt;

ein Mensch, der im Geiste Christi liebt, im Geiste der Unentgeltlichkeit, im Geiste des Schenkens,

ist ein Zeuge Christi.

All unsere Strategien und Planungen bleiben leer,

wenn wir diese Liebe nicht in uns tragen.

Nicht unsere Liebe, sondern seine.

Oder noch besser, unsere Liebe, die geläutert und gestärkt ist von seiner Liebe".

 (Papst Franziskus, Predigt am 12.05.2015).

 

 Liebe macht nicht blind.

Sie sieht nicht weg. Sie sieht hin.

Sie sieht die Not, sie sieht das Leid.

Sie sieht die Momente der Freude. Sie sieht die Momente des Glücks.

Liebe öffnet die Augen für die Wirklichkeit:

für alles Geglückte  u n d  für alles Misslungene.

Liebe macht nicht blind!                   Norbert Reuhs

Nachfolgen

1.      Nachfolgen heißt: Ihm folgen, ihm ähnlich werden, unterwegs sein,

Hand anlegen, hingeh‘n und nicht warten, bis wer kommt,

heißt zu lieben, nicht nur von Liebe reden und die Menschen übersehen,

sehn, was jemand grad jetzt braucht,

es ihm geben, ihm helfen, neu zu leben, keine Unterschiede machen,

machen, dass sich Brot vermehrt.

 

2. Nachfolgen heißt: Ihm folgen, ihm ähnlich werden, ihm leben,

Menschen nicht aufgeben, ihnen täglich nahe sein.

In Winkeln, in Hütten, Häusern, Gassen, in Wäldern und auf Straßen,

machen, dass die Not vergeht,

heißt dorthin geh'n, wo andre nicht hinblicken,

in Schluchten der Fabriken, in Wüsten aus Beton.

 

3. Nachfolgen heißt: Ihm folgen, ihm ähnlich werden, heißt heilen,

miteinander teilen, das, was jeder braucht,

heißt dienen, sich kleinmachen und bücken,

heißt in den Spiegel blicken und sich ehrlich sehn,

heißt täglich "Gott, hier bin ich" sagen

und immer wieder fragen: "Was soll ich für dich tun?"

Strube-Verlag, München-Berlin

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Die Erde schützen, beaufsichtigen, bewahren, erhalten, bewachen

Aus: Papst Franziskus, Laudato si'. Über die Sorge für das gemeinsame Haus. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2015.


 

67.
Wir sind nicht Gott. Die Erde war schon vor uns da und ist uns gegeben worden. Das gestattet, auf eine Beschuldigung gegenüber dem jüdisch-christlichen Denken zu antworten: Man hat gesagt, seit dem Bericht der Genesis, der einlädt, sich die Erde zu »unterwerfen« (vgl. Gen 1,28), werde die wilde Ausbeutung der Natur begünstigt durch die Darstellung des Menschen als herrschend und destruktiv. Das ist keine korrekte Interpretation der Bibel, wie die Kirche sie versteht. Wenn es stimmt, dass wir Christen die Schriften manchmal falsch interpretiert haben, müssen wir heute mit Nachdruck zurückweisen, dass aus der Tatsache, als Abbild Gottes erschaffen zu sein, und dem Auftrag, die Erde zu beherrschen, eine absolute Herrschaft über die anderen Geschöpfe gefolgert wird. Es ist wichtig, die biblischen Texte in ihrem Zusammenhang zu lesen, mit einer geeigneten Hermeneutik, und daran zu erinnern, dass sie uns einladen, den Garten der Welt zu »bebauen« und zu »hüten« (vgl. Gen 2,15). Während »bebauen« kultivieren, pflügen oder bewirtschaften bedeutet, ist mit »hüten« schützen, beaufsichtigen, bewahren, erhalten, bewachen gemeint. Das schließt eine Beziehung verantwortlicher Wechselseitigkeit zwischen dem Menschen und der Natur ein. Jede Gemeinschaft darf von der Erde das nehmen, was sie zu ihrem Überleben braucht, hat aber auch die Pflicht, sie zu schützen und das Fortbestehen ihrer Fruchtbarkeit für die kommenden Generationen zu gewährleisten. Denn »dem Herrn gehört die Erde« (Ps 24,1), ihm gehört letztlich »die Erde und alles, was auf ihr lebt« (Dtn 10,14). Darum lehnt Gott jeden Anspruch auf absolutes Eigentum ab: »Das Land darf nicht endgültig verkauft werden; denn das Land gehört mir, und ihr seid nur Fremde und Halbbürger bei mir« (Lev 25,23)

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                    Dein Nachbar ist nur ein Ausländer?

                                                         Herkunft unbekannt


 

Dein Christus ist ein Jude
Dein Auto ist ein Japaner
Deine Pizza ist italienisch
Dein Mittagsmahl ist chinesisch
Dein Champagner ist französisch
Deine Demokratie ist griechisch
Dein Kaffee ist brasilianisch
Dein Urlaub ist türkisch
Deine Schrift ist lateinisch

                                                                            .....................                                                                                        

 Gedanken zur Kräuterweihe

Wir sammeln Kräuter
und trocknen sie.

Wir sammeln Gedanken
und trocknen sie. 

Wir sammeln Worte
und trocknen sie. 

Wir sammeln Träume 
und trocknen sie. 

Wir dürfen nur nicht vergessen,
wo wir sie zum Trocknen hingelegt haben,

damit wir sie wiederfinden,
wenn wir sie brauchen.  

Text von Ute

 

 

Ziel des Lebens

Aus: Erich Fromm, Psychoanalyse und Ethik, zitiert nach Erich Fromm, Worte wie Wege, Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1992.


 

Das Leben selbst ist eine Kunst -

in Wirklichkeit die wichtigste

und zugleich schwierigste

und vielfältigste Kunst,

die der Mensch ausüben kann.

Ihr Gegenstand ist nicht diese oder jene spezielle Verrichtung,

sondern die »Verrichtung« des Lebens selbst,

der Entwicklungsprozess auf das hin,

was der Mensch potentiell ist.

Bei der Kunst des Lebens ist der Mensch

sowohl Künstler

als auch der Gegenstand seiner Kunst.

Er ist der Bildhauer und der Stein,

der Arzt und der Patient.

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Kanzel-Notizen

Aus: Lothar Zenetti, Auf seiner Spur. Texte gläubiger Zuversicht. Matthias Grünewald Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2011.


 

Ihre Predigt gestern, Herr Pfarrer,
hat mich wirklich gefesselt! -
Was Sie nicht sagen, - eigentlich
sollte sie eher befreiend wirken.

Der Mann auf der Kanzel
sprach vom verlorenen Sohn.
Die verlorenen Väter und Mütter
hörten ihm nachdenklich zu.

Ich bin der Gute Hirt,
höre ich den Prediger sagen.
Freundchen, denk ich bei mir,
hoffentlich weißt du auch,
dass du zitierst!

Die lange Predigt wollte den
Leuten allerhand mitgeben.
Ich fürchte jedoch, sie hat sie
statt dessen arg mitgenommen.

Die Predigt dauert und
dauert. Mich dauert
die Zeit, die sie dauert.
Bedauernd warte ich
dauernd aufs Amen.

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Spirituelle Männer und Frauen

Andrea Riccardi, Das Licht scheint auf alle - Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa, Dokument 106-07, 3. europäische ökumenische Versammlung in Sibiu Rumänien 4. - 9 September 2007.

 

 

Spirituelle Männer und Frauen verzichten nicht darauf,

die Welt aufzurichten.

Wirtschaftsprognosen sind nicht ausreichend,

um die Zukunft zu deuten.

Wir haben genug von Ideologien;

wir haben genug von einem Christentum,

das auf eine Ideologie beschränkt wird.

In diesem Europa,

das arm an Visionen für die Zukunft ist,

wird ein Leben gebraucht,

das von Glauben und Liebe überfließt.

 


Unser Vorschlag für Europa

Andrea Riccardi, Das Licht scheint auf alle - Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa, Dokument 106-07, 3. europäische ökumenische Versammlung in Sibiu Rumänien 4. - 9 September 2007.

 

 

Unser Vorschlag für Europa besteht darin, nicht mehr für sich zu leben. Das Wort Gottes macht einen Vorschlag, der uns und die europäische Kultur beunruhigt. Die Lebenden sollen nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für uns starb und auferweckt wurde! Die Christen müssen sich von der Angst und vom unersättlichen Geiz befreien, welche Gründe es dafür auch geben mag. Denn sie führen dazu, dass wir für uns leben und machtlos und verschlossen sind, dass wir in kleinlichen Familienstreitigkeiten gefangen sind und in einer Gegenwart leben, die reich an Wohlstand und Frieden ist, sich jedoch nicht um die Menschen außerhalb Europas sorgt, die weder Frieden noch ein würdiges Leben besitzen. Werden wir die Kultur und die Praxis von Ländern und Gemeinschaften in Frage stellen können, die für sich leben? Sind wir in der Lage, eine attraktive Freude von endlich wahrhaftigen Männern und Frauen auszustrahlen? Der berühmte jüdische Lehrer Hillel sagte: "Wenn du unter Umständen lebst, in denen es an Menschen fehlt, bemühe dich, Mensch zu sein". Bemühe dich, Mensch zu sein, menschlich! Auf diese Weise stellt man die politische Korrektheit eines Lebens, das für sich gelebt wird, in Frage, und auch die Festung Europa, sowie die egoistische Kurzsichtigkeit der europäischen Länder, die in sich verschlossen sind.

 

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Die beiden Hände

 

Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:

Du, große Hand, ich brauche dich, weil ich bei dir geborgen bin.

Ich spüre deine Hand, wenn ich wach werde und du bei mir bist;

wenn ich Hunger habe und du mich fütterst;

wenn du mir hilfst, etwas zu greifen und aufzubauen;

wenn ich mit dir meine ersten Schritte versuche;

wenn ich zu dir kommen kann, weil ich Angst habe.

Ich bitte dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich!

Gott sei Dank, dass es dich gibt.

 

Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:

 

Du kleine Hand, ich brauche dich, weil ich von dir ergriffen bin.

Das spüre ich, weil ich viele Handgriffe für dich tun darf;

weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen kann;

weil ich mit dir kleine, wunderbare Dinge entdecke;

weil ich deine Wärme spüre und dich lieb habe;

weil ich mit dir zusammen wieder bitten und danken kann.

Ich bitte dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich!

Gott sei Dank, dass es dich gibt.

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Auch heute gibt es in der Kirche Menschen,

die mit moralischer Strenge ihre eigenen Verfehlungen bemänteln.

Das betonte Papst Franziskus an diesem Freitagvormittag

bei der Morgenmesse in der Casa Santa Marta.

Bei seinen Überlegungen ging er von der ersten Lesung aus der Apostelgeschichte aus. Darin wird die Bekehrung des gegen die Christen wütenden Saulus beschrieben.

Das erste Mal, so Papst Franziskus, werde der Name des Saulus im Zusammenhang mit der Steinigung des heiligen Stephanus genannt. Saulus war nach Darstellung des Papstes ein „junger Mann, steif und idealistisch“, der „überzeugt“ war von der Unbeugsamkeit des Gesetzes. Doch bei all seiner Strenge sei er dennoch „ehrlich“ gewesen. Jesus hingegen habe die Strengen verurteilt, die „nicht ehrlich waren“: „Das sind die Strengen mit dem Doppelleben: Sie sorgen dafür, dass sie in gutem Licht dastehen, als ehrliche Menschen, aber wenn keiner hinschaut, dann tun sie üble Dinge. Dieser junge Mann hingegen war ehrlich: Er glaubte das wirklich.“ Wenn er dies sage, fuhr der Papst fort, dann denke er an viele junge Menschen, die auch heute der Versuchung der Strenge verfallen: „Heute, in der Kirche... Einige sind ehrlich, sie sind gut; wir müssen dafür beten, dass der Herr ihnen dabei helfe, auf dem Weg der Sanftmut zu wachsen.“

Andere hingegen nutzten diese Strenge dazu, ihre Schwächen und Sünden zu bemänteln und sich über die anderen zu erheben. Saulus, der in dieser Strenge aufgewachsen sei, habe gar nicht anders gekonnt, als die Häresie, derer er die Christen bezichtigte, zu verfolgen. Doch wenigstens, so der bittere Kommentar des Papstes, habe Saulus „die Kinder am Leben gelassen: heutzutage nicht einmal das...“ Auf der Straße nach Damaskus sei es dann zur Begegnung mit Jesus gekommen, zur Bekehrung. Aus Saulus werde Paulus, der den Herrn bis zum Ende verkünde und für ihn leide.

„Und so predigt dieser Mann aufgrund der eigenen Erfahrung zu den anderen, von einer Seite auf die andere wechselnd: verfolgt, mit vielen Problemen, auch in der Kirche... Er hat auch darunter leiden müssen, dass die Christen untereinander stritten.“

Doch er, der die Christen einst mit aller Härte des Gesetzes verfolgt habe, sei schließlich zu einem der größten Verkünder Gottes geworden. 

„Das ist der Weg des Christen:

#vorwärts gehen in den Spuren,

die Jesus hinterlassen hat,

Spuren des Predigens, Spuren des Leids,

die Spur des Kreuzes, die Spur der Wiederauferstehung.

Bitten wir zu Saulus heute auf besondere Weise für die Strengen,

die in der Kirche sind; für die Unbeugsam-Ehrlichen,

so wie er, die pflichteifrig sind,

aber in die Irre gehen.

Und für die scheinheiligen Strengen,

die mit dem Doppelleben, die, über die Jesus zu seinen Jüngern sagte:

Tut das, was sie sagen, aber nicht das, was sie tun...

Beten wir heute für die Strengen.“

 

(rv 05.05.2017 cs)

 

 

Aus welchen Quellen trinke ich?
Aus welchen Quellen lösche ich meinen Durst im Leben?

Gib mir den Stab,
damit ich an die Felsen schlage,
an die Felsen in unserer Gesellschaft, in unserer Kirche,
an die Felsen in mir selber,
die die Quellen zudecken.

Gib mir Offenheit,
damit ich die Brunnen finde,
aus denen ich trinken kann.
Gib mir die Offenheit für die Menschen,
die mir die Brunnen des Lebens erschließen können.

Lehre mich danken für die Menschen,
die mir zur Quelle werden.
Lehre mich danken,
wenn ich selber zur Quelle für andere werden darf.

Ferdinand Kerstiens

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Lachen ist die beste Medizin

 

Jeder Tag, an dem du nicht lächelst,

ist ein verlorener Tag

(Charlie Chaplin)

 

Das Lächeln ist ein Fenster,

durch das man sieht,

wo das Herz zu Hause ist.

 

Ein Lächeln kostet weniger als elektrischer Strom – und gibt mehr Licht!

 

Nichts in der Welt ist so ansteckend wie Gelächter und gute Laune

 

Jedes Lachen vermehrt das Glück auf Erden.

 

Nichts ist gesünder in der Welt,

als ab und zu sich krank zu lachen!

 

Das Lachen ist die Sonne,

 

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Leiste dir ein Lächeln!

 Phil Bosmans in: Schenk deiner Seele ein Lächeln. Worte, die gut tun. Herausgegeben von Sylvia Müller und Ulrich Sander. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2009.

 Schau einmal in den Spiegel, sieh dein eigenes Gesicht. Dahinter wohnst du. An deinem Gesicht kann man sehen, ob du dir Masken aufsetzt: eine verächtliche für die unter dir, eine aalglatte für die neben dir, eine unterwürfige für die über dir. Die sauersüß lächelnde Maske beim Verkaufen, die gleichgültige bei der Arbeit, die ungeniert aufschneidende an der Bar, die verbissene im Verkehr und die verschlossene zu Hause.
Du wohnst hinter deinem Gesicht. Dein Gesicht ist der Spiegel deines Inneren. Verträgt dein Gesicht kein Lächeln, dann ist dahinter etwas faul. Ein kaltes Gesicht kommt aus einem kalten Herzen. Menschen mit sauren Mienen versauern das Leben.
Mach dein Herz gesund. Zaubere aus deinem Herzen ein Lächeln hervor: auf der Straße, im Büro, bei der Arbeit, in der Kantine, beim Gespräch, zu Hause.
Weil du es schön findest, einfach so.
Kannst du nicht lachen, kannst du nicht leben.

 

 

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Kinder- und Familiengebete
Mit unserem Körper Gutes tun
Vergib uns unsere Schuld
Aus: Ein neuer Tag beginnt.
Morgengebete für Volksschulen. Schulamt der Diözese Linz.
Wir haben Hände, Füße, Ohren, Augen.
Damit können wir
unsere Umwelt wahrnehmen und uns bewegen.
Wir achten darauf, dass wir damit Gutes tun:
Guter Gott,
du hast mir Hände gegeben.
Hilf mir heute damit Gutes zu tun.
Gott, du hast mir Füße gegeben.
Hilf mir heute den richtigen Weg zu gehen.
Gott, du hast mir Augen gegeben.
Hilf mir heute den anderen zu sehen.
Gott, du hast mir Ohren gegeben.
Hilf mir heute gut zu hören.
Guter Gott, du hast mir einen Kopf gegeben.
Ich möchte an dich denken und dir danken. Amen.
Wo Menschen zusammen leben, gibt es Glück, aber auch Leid,
Frieden, aber auch Streit. Wir bitten Gott um Vergebung und
Kraft für Versöhnung.
Gütiger Gott,
vergib uns unsere Schuld.
Verzeih, wenn wir mit den Händen schlagen, statt zu helfen;
wenn wir mit den Worten verletzen, statt zu trösten;
wenn wir den Verstand anstrengen,
um den anderen zu ärgern, statt ihm eine Freude zu bereiten;
wenn wir den anderen auslachen
und ihn dadurch entmutigen, statt ihm Mut zu machen.
Herr, so werden wir vor dir und den anderen schuldig.
Vergib uns unsere Schuld. Amen.
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Segnend mitfühlend da sein

Aus: Pierre Stutz, Atempause für die Seele. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2004.


 

Segnend mitfühlend da sein
den Tieren mit Respekt begegnen
weil sie beseelt sind
Ausdruck des Ursegens Gottes

Segnend-mitleidend dasein
den Fremden mit Achtung begegnen
weil die Schöpfung keine Ausländer kennt
sondern nur Mitmenschen wie dich und mich

Segnend-Lebensfroh dasein
mit allen Sinnen
sich zum Lebenstanz anstiften lassen
in staunender Dankbarkeit

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“Can’t buy me love...” 

Mit Geld kann man ein Haus kaufen, aber kein Zuhause. 
Mit Geld kann man ein Bett kaufen, aber keinen Schlaf. 
Mit Geld kann man eine Uhr kaufen, aber keine Zeit.
Mit Geld kann man ein Buch kaufen, aber kein Wissen
Mit Geld kann man eine Position kaufen, aber keinen Respekt. 
Mit Geld kann man Medizin kaufen, aber keine Gesundheit. 
Mit Geld kann man Sex kaufen, aber keine Liebe. 
Mit Geld kann man eine Versicherung kaufen, aber keine Sicherheit. 
Mit Geld kann man Blut kaufen, aber kein Leben. 

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Papst Franiskus am Sonntag, den 25.09.16:
„Das ist es, was der Herr heute von uns verlangt:
Angesichts der vielen Lazarusse, die wir sehen,
sind wir aufgerufen,
unruhig zu werden und Wege zu finden,
ihnen zu begegnen und zu helfen,
ohne das immer auf andere abzuschieben
oder zu sagen:
„Morgen werde ich dir helfen, heute habe ich keine Zeit,
morgen werde ich dir helfen.“
Und das ist eine Sünde.
Die Zeit zum Helfen ist eine Jesus geschenkte Zeit,
ist bleibende Liebe:
Sie ist unser Schatz im Himmel, den wir uns hier auf Erden erwerben.“
Papst Franziskus bei der Frühmesse am 22.09.16

Die Eitelkeit bläht uns auf.

Die Eitelkeit hat kein langes Leben, weil sie wie eine Seifenblase ist.

Die Eitelkeit bringt uns keinen wirklichen Gewinn.

Was hat denn der Mensch von all der Mühe, mit der er sich vor anderen hervorzutun versucht? Er will jemand scheinen – das ist die Eitelkeit.

Wenn wir’s einfach formulieren wollen: Eitelkeit heißt, sein Leben zu schminken.

Und das macht die Seele krank.

Wenn jemand sein Leben schminkt, damit es mehr hermacht, aus Eitelkeit,

was hat er dann letztlich davon?

Eitelkeit ist wie ein Knochenschwund der Seele:

Von außen sehen die Knochen noch gut aus, aber von innen sind sie alle ruiniert. Eitelkeit führt uns zum Betrug.“

Für alle, die der Eitelkeit verfallen sind,

hatte Papst Franziskus warnende Worte des heiligen Bernhard von Clairvaux parat:

„Denk doch daran, was du einmal sein wirst: eine Speise der Würmer.“

Eitelkeit und Lüge gingen Hand in Hand, fuhr der Papst fort.

„Wir kennen so viele Leute, die uns gut vorkommen:

Die gehen sonntags in die Messe, geben der Kirche große Spenden…

Das ist das, was man von außen sieht,

aber innendrin tut der Knochenschwund sein Werk.

Es gibt so Leute, und das ist Eitelkeit:

ein Gesicht machen wie auf einem Heiligenbildchen,

und dabei ist die Wahrheit eine ganz andere.

Wo ist da unsere Kraft und Sicherheit, unsere Zuflucht?

Das lesen wir im Psalm: „Herr, du warst unsere Zuflucht von Geschlecht zu Geschlecht.“

Oder denken wir an die Worte Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Das ist die Wahrheit, nicht die Schminke der Eitelkeit!

Möge uns der Herr von diesen drei Wurzeln allen Übels befreien:

von der Gier, der Eitelkeit und dem Stolz.

Aber vor allem von der Eitelkeit, die uns so übel mitspielt.“

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Herr, brich ein in unser Leben

Heinz Pangels nach einem Text eines unbekannten Autors aus dem Gebetsheft „IN IHM SEIN“ von Pfarrer Franz Haidinger, A 4802 Ebensee 2009. http://www.heinzpangels.de/weihnachten_32.htm


 

HERR,
brich ein in unser Leben,
das geprägt ist von Angst und Ohnmacht,
von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit,
von Kälte und Hartherzigkeit.

HERR,
brich ein in unsere Welt
des Ständig-Leistung-erbringen-Müssens,
der gnadenlosen Konkurrenz,
des gierigen Strebens nach Gewinn.

HERR,
brich ein in unsere Welt 
der verschobenen Werte:
Wir sind geneigt, zu verschwenden,
anstatt zu teilen.
Wir isolieren uns häufig,
anstatt solidarisch zu sein.
Uns liegt mehr daran, zu besitzen,
als etwas zu sein.

HERR,
brich uns Menschen auf,
brich unsere Herzen auf,
brich unsere Seelen auf,
bringe uns das Licht Deines Geistes,
damit wir dem Menschen
und dem Leben 
wieder mehr Raum geben!

HERR, 
komm DU zu uns herab,
denn in DIR ist
Hoffnung für eine bessere Welt,
Zuversicht in ein menschenwürdiges Leben
und Wärme für ein sinnvolles Menschsein.

 

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Mutter Teresa von Kalkutta
Bei der Heiligsprechung am 04.09.2016 im Vatican

Mutter Teresa bleibt Mutter Teresa

auch nach der Heiligsprechung an diesem Sonntag.

Papst Franziskus sagte in der Predigt zur Feier, dass es wohl ungewöhnlich sei,

sie künftig „heilige Teresa“ zu nennen

und deshalb schlug er vor,

sie weiterhin Mutter Teresa zu nennen.

Franziskus sprach die vor 19 Jahren gestorbene Ordensgründerin Mutter Teresa heilig.

Die im heutigen Skopje als Tochter albanischer Eltern geborene Ordensfrau

setzte sich jahrzehntelang für Arme und Kranke im indischen Kalkutta ein,

wo sie den „Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe“ gründete.

Und dies war auch der rote Faden in der Papstpredigt.

„Ihre Mission in den Randzonen der Städte und den Randzonen des Lebens bleibt in unserer Zeit ein beredtes Zeugnis für die Nähe Gottes zu den Ärmsten der Armen. Heute übergebe ich diese beispielhafte Gestalt einer Frau und einer gottgeweihten Person der ganzen Welt des Volontariats: Möge sie euer Vorbild an Heiligkeit sein!“

Der Wille Gottes und das Ehrenamt

Im ersten Teil der Predigt ging der Papst auf den „Willen Gottes“ ein. Jedes Mal, wenn ein Gläubiger für einen Mitmenschen da sei, habe der Gläubige Christus geholfen „und Christi Fleisch berührt“, fügte Franziskus hinzu.

„Wir sind also aufgerufen, konkret umzusetzen, was wir im Gebet erbitten und im Glauben bekennen. Es gibt keine Alternative zur Nächstenliebe: Alle, die sich in den Dienst der Mitmenschen stellen, lieben Gott, selbst wenn sie es nicht wissen (vgl. 1 Joh 3,16-18; Jak 2,14-18). Das christliche Leben besteht jedoch nicht bloß darin, im Moment der Not Hilfe zu leisten. Wenn es so wäre, handelte es sich gewiss schon um eine schöne Gesinnung menschlicher Solidarität, die eine unmittelbare Wohltat auslöst, aber es wäre steril, weil es keine Wurzeln hätte. Der Einsatz, den der Herr verlangt, ist dagegen eine Berufung zur Nächstenliebe, mit der jeder Jünger Christi sein Leben in Jesu Dienst stellt, um jeden Tag in der Liebe zu wachsen.“

Weiter betonte der Papst die Bedeutung des Ehrenamtes – die Heiligsprechung fand im Rahmen des Jubiläums für die Ehrenamtlichen im Dienst der Barmherzigkeit statt – wer helfe, mache die „konkrete Liebe“ Gottes sichtbar.

„Wie viele Herzen werden durch die freiwilligen Helfer ermutigt! Wie viele Hände unterstützt, wie viele Tränen getrocknet; wie viel Liebe wird im verborgenen, demütigen und selbstlosen Dienst ausgegossen! Dieser lobenswerte Dienst lässt den Glauben sprechen und drückt die Barmherzigkeit des himmlischen Vaters aus, der den Notleidenden nahekommt.“

Jesus nachzufolgen sei nicht einfach und verlange auch viel Mut, ja sogar Radikalität, so der Papst.

„Darum erwarten die Freiwilligen, die aus Liebe zu Jesus den Letzten und Bedürftigsten dienen, keinerlei Dank und keinen Lohn,

sondern verzichten auf all das,

weil sie die wahre Liebe entdeckt haben.

Wie der Herr im Moment der Not auf mich zugekommen ist

und sich mir zugeneigt hat, so gehe auch ich auf ihn zu und neige mich denen zu, die den Glauben verloren haben oder leben, als gäbe es Gott nicht.

Ebenso widme ich mich den jungen Menschen ohne Werte und Ideale,

den Familien in einer Krise, den Kranken und Gefangenen,

den sich selbst überlassenen Minderjährigen

wie auch den alleingelassenen alten Menschen.

Wo immer eine ausgestreckte Hand um Hilfe bittet,

um wieder aufzustehen,

da müssen unsere Gegenwart und die Gegenwart der Kirche

Unterstützung und Hoffnung geben.“

 

Mutter Teresa als großherzige Ausspenderin der göttlichen Barmherzigkeit

Der zweite Teil der Predigt widmete der Papst Mutter Teresa.

Sie sei in ihrem ganzen Leben eine großherzige Ausspenderin der göttlichen Barmherzigkeit, gewesen „indem sie durch die Aufnahme und den Schutz des menschlichen Lebens – des ungeborenen wie des verlassenen und ausgesonderten – für alle da war“.

„Sie setzte sich für den Schutz des Lebens ein und betonte immer wieder, dass ,der ungeborene Mensch der schwächste, der kleinste und der ärmlichste ist´.

Sie beugte sich über die Erschöpften, die man am Straßenrand sterben ließ,

weil sie die Würde erkannte, die Gott ihnen verliehen hatte.

Sie erhob ihre Stimme vor den Mächtigen der Welt,

damit sie angesichts der Verbrechen der Armut,

die sie selbst geschaffen hatten,

ihre Schuld erkennen sollten.

Die Barmherzigkeit war für sie das ,Salz´, das jedem ihrer Werke Geschmack verlieh, und das „Licht“, das die Dunkelheit derer erhellte,

die nicht einmal mehr Tränen hatten,

um über ihre Armut und ihr Leiden zu weinen.“

Insbesondere die gegenleistungsfreie Liebe

sei das einzige Kriterium der Barmherzigkeit,

wie Mutter Teresa uns gelehrt habe, fuhr der Papst fort.

„Mutter Teresa sagte gern:

,Vielleicht spreche ich nicht ihre Sprache,

aber ich kann lächeln.´

Tragen wir ihr Lächeln in unserem Herzen

und schenken wir es allen,

denen wir auf unserem Weg begegnen,

besonders den Leidenden.

Auf diese Weise werden wir einer entmutigten Menschheit,

die Verständnis und Zärtlichkeit braucht,

Horizonte der Freude und der Hoffnung eröffnen.“

(Radio Vatican am 04.09.16)

 

 

Je höher man kommt, desto mehr muss man sich in den Dienst der Bescheidensten und Schwächsten stellen. Das ist eine immer noch sehr aktuelle Botschaft für diesen schwierigen historischen Kontext, in dem wir zurzeit leben.“

Das schreibt Franziskus in seiner Botschaft an die Teilnehmer des
37. Treffens für die Freundschaft unter den Völkern“ in Rimini. (rv)

 Eine Öffnung gegenüber den Mitmenschen ist eine Bereicherung für alle. Die Welt sollte sich auf die Gemeinsamkeiten aller Menschen besinnen. Es sei bei einem Dialog wichtig, sich einerseits der eigenen Identität bewusst zu werden und andererseits bereit zu sein, sich in die Situation der anderen zu versetzen.

Die Angst vor den anderen werde vor allem durch die eigene „existenzielle Unsicherheit“ bestimmt. Deshalb seien Individualismus und Egoismus sowie Überheblichkeit die „Hauptgründe aller menschlichen Konflikte“. 

Der Papst ruft dazu auf, angesichts der aktuellen Probleme auf der Welt

die Frohe Botschaft wiederzuentdecken

und ein „persönliches und kreatives Zeugnis“ davon zu geben.

Durch konkrete Taten könne jeder Christ „die Liebe und Barmherzigkeit Gottes“ bezeugen und so den Menschen Jesus nahebringen.

 

Papst Franziskus am Fest der Mariä Himmelfahrt
Denken wir besonders an jene Frauen, die von der Last des Lebens und dem Drama der Gewalt überwältigt werden, an die Frauen, die Sklavinnen der Schikane der Mächtigen sind, an die Mädchen, die gezwungen sind, unmenschliche Arbeiten zu verrichten, an die Frauen, die genötigt werden, ihren Geist und ihren Körper der Gier der Männer auszuliefern. Möge für sie so bald wie möglich ein Leben in Frieden, Gerechtigkeit und Liebe beginnen, in Erwartung des Tags, an dem sie sich endlich von Händen ergriffen fühlen, die sie nicht misshandeln, sondern sie zärtlich trösten und in den Himmel heben.“
Papst Franziskus über Terrorismus
„Der Terrorismus ist überall“.
Er entstehe immer dort, wo es keine andere Option gebe,
wenn im Zentrum der Wirtschaft das Geld
und nicht der Mensch stehe,
dann sei das auch schon Terrorismus.
„Das ist auch Terrorismus,
gegen die gesamte Meschheit.
Denken wir darüber nach.“
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Sich verschenkender Pelikan

Der Pelikan ist in der christlichen Tradition eine Metapher für die sich verschenkende Liebe Gottes bzw. Christi. Man erzählt, dass er – um seine Jungen zu retten – sich mit dem Schnabel die Brust aufstieß und den Nachwuchs mit seinem Blut nährte.

Selbstlose Liebe – nur sie ermöglicht und führt zum Leben.

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Papst Franziskus am Weltjugendtag

Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu vegetieren, um es uns bequem und aus dem Leben ein Sofa zu machen, sondern um im Leben Spuren zu hinterlassen und uns für den Glauben und die Gesellschaft zu engagieren. Das betonte Papst Franziskus bei der Gebetswache am Samstagabend in Krakau vor Tausenden Jugendlichen. Sie sollten die Erwachsenen anstecken und ihnen einen Blick für ein vielfältiges Miteinander bringen. Wenn aber die jungen Menschen das Glück mit einem Sofa verwechseln, bedeutet das Lähmung, Bequemlichkeit und kostet sie letztlich ihre Freiheit, warnte Franziskus:

„Ja, zu glauben, dass wir, um glücklich zu sein, ein gutes Sofa brauchen. Ein Sofa, das uns hilft, es bequem zu haben, ruhig und ganz sicher zu sein. Ein Sofa – wie jene modernen, die es jetzt gibt, sogar mit einlullenden Massagen – die uns Stunden der Ruhe garantieren, um uns in die Welt der Videospiele zu begeben und Stunden vor dem Computer zu verbringen. Ein Sofa gegen jede Art von Schmerz und Furcht. Ein Sofa, das uns innerhalb unserer vier Wände bleiben lässt, ohne uns abzumühen und uns Sorgen zu machen.“

Das „Sofa-Glück“ sei eine lautlose Lähmung, könne uns aber am meisten schaden, so Franziskus, „denn nach und nach versinken wir, ohne es zu merken, im Schlaf, sind duselig und benommen, während andere – vielleicht die lebendigeren, aber nicht die besseren – für uns  über die Zukunft entscheiden. Gewiss, für viele ist es einfacher und vorteilhafter, duselige und benommene Jugendliche zu haben, die das Glück mit einem Sofa verwechseln; vielen scheint das günstiger, als aufgeweckte junge Menschen zu haben, die danach verlangen, dem Traum Gottes zu entsprechen und auf alle Bestrebungen des Herzens zu reagieren.“

Jesus hingegen sei der „Herr des Risikos“, eines „immer darüber hinaus“. Es brauche eine gewisse Dosis an Mut, um ihm zu folgen, statt Sofa müsste man sich ein Paar Schuhe – am besten dicke Boots -  anziehen und sich auf den Weg machen, um dem „Irrsinn“ Gottes zu folgen. „Auf den Wegen unseres Gottes gehen, der uns auffordert, politisch Handelnde, Denker, gesellschaftliche Vorreiter zu sein; der uns anregt, eine solidarischere Wirtschaft zu ersinnen.“

Bei der Gebetswache im Krakauer Campus Misericordiae erzählten einige Jugendliche aus verschiedenen Ländern ihre persönliche Geschichte und über ihren Glauben. Dabei war etwa der 26-jährige Rand Mittri aus Aleppo, der in seiner Heimatstadt trotz der täglichen Angst vor dem Tod in einem Don-Bosco-Zentrum anderen Menschen hilft. Menschen wie der junge Syrer zeigten uns, dass man sich nicht aus Angst verkriechen darf in die Bequemlichkeit. Auch dürfe man nicht versuchen, Hass mit Hass, Gewalt mit Gewalt zu besiegen. Vielmehr müsste nach Franziskus die Antwort auf Krieg und Terror sein: Geschwisterlichkeit, Gemeinschaft, Familie.

Heute liege die Aufmerksamkeit oft auf den Dingen, die uns entzweien, auf dem, was uns trennt. „Sie möchten uns einreden, dass die beste Art, uns gegen das zu schützen, was uns schadet, darin besteht, uns zu verschließen. Wir Erwachsenen brauchen heute euch, damit ihr uns lehrt, in der Verschiedenheit, im Dialog zusammenzuleben und die Vielfalt der Kulturen miteinander zu teilen nicht wie eine Bedrohung, sondern als eine Chance: Habt den Mut uns zu lehren, dass es einfacher ist, Brücken zu bauen, als Mauern zu errichten! Und alle gemeinsam bitten wir, dass ihr von uns verlangt, Wege der Brüderlichkeit zu gehen.“

 

Und schließlich frage Franziskus: „Machst du mit?“

 

Ich möchte euch sagen, dass ihr immer voraus schauen sollt, auf den Horizont”. 

„Lasst nicht zu, dass das Leben Mauern baut,

habt immer den Mut, mehr zu suchen, mehr, mehr …, voller Mut.“

Gleichzeitig dürften sie aber auch nicht vergesse,

zurück zu blicken auf das Erbe, das sie erhalten hätten, den Glauben.

„Diesen Glauben, den ihr heute in euren Händen habt, um voraus blicken zu können.“ (rv)

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Wenn die Leute um einen Rat für ein verheiratetes Paar

in seinen Beziehungsnöten bitten,

gebe ich jedes Mal zur Antwort:

Beten und Vergeben.

Auch Jugendlichen aus schwierigen Familienverhältnissen sage ich:

betet und vergebt.

Und auch für die alleinstehende Mutter,

die keine Unterstützung durch die Familie hat, gilt:

Beten und Vergeben.

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Papst Franziskus über Zuhören:

 

„Heute sind wir so beschäftigt, mit vielen Problemen, von denen einige gar nicht so wichtig sind, dass es zu Lasten unserer Fähigkeit geht, zuzuhören. Ich möchte euch eine Frage stellen: Ehemann: Hast du Zeit, deiner Frau zuzuhören? Frau: hast du Zeit, deinem Mann zuzuhören? Mann und Frau, habt ihr Zeit, euren Kindern zuzuhören? Den Großeltern? Den Alten? Ich bitte euch, zu lernen, zuzuhören, und ihnen mehr Zeit zu widmen. In der Fähigkeit des Zuhörens steckt die Wurzel für Frieden.“

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Papst Franziskus über barmherzigen Samariter

„Er zeigt uns einen Lebensstil an, dessen Mittelpunkt nicht wir selbst sind, sondern die anderen mit ihren Problemen, die wir auf unserem Weg treffen und für die wir Mitleid fühlen. Allerdings – wenn wir kein Mitleid mit anderen fühlen, dann stimmt etwas nicht mit unserem Herzen. Dann ist etwas in diesem Herzen nicht christlich.“

Jesus erzähle das Gleichnis im Gespräch mit einem Schriftgelehrten, der ihm die Frage gestellt habe: „Wer ist mein Nächster?“ „Auch wir können uns diese Frage stellen: Wer ist mein Nächster? Wen soll ich lieben wie mich selbst? Meine Eltern? Meine Freunde? Meine Landsleute? Die, die dieselbe Religion haben wie ich?” Jesus drehe mit seinem Gleichnis die übliche Perspektive um: “Ich darf die anderen nicht katalogisieren, indem ich entscheide, wer mein Nächster ist und wer nicht. Es hängt vielmehr von mir ab, ob ich der Nächste bin – oder nicht – für den Menschen, dem ich begegne und der Hilfe braucht. Auch wenn er ein Ausländer ist oder feindlich gesinnt.“

Dieser unerwünschte Migrant - das war ich!

„Dann geh und handle genauso!“, habe Jesus dem Schriftgelehrten zum Schluss mit auf den Weg gegeben. Dieser Aufruf des Herrn gelte auch uns, so der Papst. „Die Haltung des Barmherzigen Samariters ist nötig, um eine Probe von unserem Glauben zu geben… Durch gute Werke, in Liebe und Freude am Nächsten getan, wächst unser Glaube und bringt Frucht. Fragen wir uns also: Ist unser Glaube fruchtbar? Bringt er gute Werke hervor? Oder ist er eher steril, also mehr tot als lebendig?“

Solche Fragen sollte man sich täglich stellen, empfahl Papst Franziskus. „Mache ich mich anderen zum Nächsten, oder gehe ich einfach vorbei? Gehöre ich zu denen, die die Menschen nach eigenem Gutdünken in Kategorien einteilen? ... Am Ende werden wir nach den Werken der Barmherzigkeit gerichtet werden. Der Herr wird uns sagen: Aber erinnerst du dich? Damals auf der Strasse von Jerusalem nach Jericho, dieser halbtote Mann – das war ich! Erinnerst du dich? Dieses hungrige Kind – das war ich! Diese Migranten, die so viele verjagen wollen – das war ich! Diese alten Menschen, in Altersheime abgeschoben – erinnerst du dich? Das war ich! Dieser Kranke im Krankenhaus, den niemand besucht – das war ich!”

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Papst Franziskus über Ökologie

 

„Achtung vor der Umwelt bedeutet mehr,

als bloß reinere Produkte zu gebrauchen

oder von uns gebrauchtes Material der Wiederaufbereitung zuzuführen.

Dies sind wichtige Aspekte, aber sie genügen nicht.

Wir müssen mit den Augen des Glaubens

die Schönheit von Gottes Rettungsplan sehen,

die Verbindung erkennen

zwischen der natürlichen Umgebung

und der Würde der menschlichen Person.

Männer und Frauen sind als Gottes Abbild

und ihm ähnlich erschaffen,

und ihnen ist die Herrschaft über die Schöpfung übertragen (vgl. Gen 1,26-28).

Als Verwalter von Gottes Schöpfung sind wir berufen,

die Erde zu einem wunderschönen Garten

für die Menschheitsfamilie zu machen.

Wenn wir unsere Wälder zerstören,

unseren Erdboden verwüsten und unsere Meere verseuchen,

verraten wir diese edle Berufung.“

(Begegnung mit den Jugendlichen, Sportplatz der Santo-Tomas-Universität, Manila, 18. Januar 2015)

 

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Papst Franziskus über Waffenlieferungen

„Wie kann man jemandem Glauben schenken, der dich mit der rechten Hand streichelt, während er dich mit der linken schlägt?” Scharfe Worte, die Papst Franziskus an Länder richtet, die einerseits Waffen in Konfliktgebiete liefern und damit gutes Geld verdienen, andererseits viel von Frieden sprechen. Zum wiederholten Mal hat Papst Franziskus damit auf die Scheinheiligkeit des Waffenhandels aufmerksam gemacht. Er tat das in einer Videobotschaft, die er an diesem Dienstag an Caritas Internationalis geschickt hat. Die von Kardinal Luis Tagle geleitete vatikanische Hilfsorganisation hat eine Kampagne gestartet, die weltweit verstärkt auf den nunmehr seit fünf Jahren wütenden Krieg in Syrien aufmerksam machen will. Gleichzeitig sollen die Regierungen der Internationalen Gemeinschaft zu einem entschiedeneren Eintreten für den Frieden in Syrien aufgefordert werden. Er wolle heute von etwas sprechen, das ihn sehr traurig mache, so der Papst in seiner Videobotschaft, in der er auch der Vertreibungen und Verfolgungen der christlichen Gemeinschaften vor Ort gedachte: er wolle vom Krieg in Syrien sprechen.

„Ich möchte mich an alle Gläubigen und mit der Caritas Engagierten wenden, die am Aufbau einer gerechteren Gesellschaft mitwirken. Während die Menschen leiden, werden Unmengen an Geld für Waffenlieferungen an die sich bekämpfenden Parteien ausgegeben. Und manche der Länder, die diese Waffen liefern, gehören gleichzeitig zu jenen, die vom Frieden reden,“ so Papst Franziskus.

Papst Franziskus über Europa

„Es ist Zeit, sich zusammen zu tun, und die Probleme unserer Zeit mit einem echten europäischen Geist anzugehen.“ Zu den sichtbaren Mauern auf dem Kontinent gesellten sich die unsichtbaren, die zur Spaltung beitragen. „Mauern, die sich in den Herzen der Menschen erheben, Mauern aus Angst und Aggressivität, aus einem Mangel an Verständnis für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion. Mauern des politischen und ökonomischen Egoismus, ohne Respekt für das Leben und die Würde jedes Menschen.“

„Wenn wir diese epochalen Problematiken anerkennen, müssen wir den Mut haben, zu sagen: Wir brauchen einen Wandel. Europa ist aufgerufen, nachzudenken und sich zu fragen, ob sein immenses Erbe, vom Christentum durchdrungen, in ein Museum gehört, oder ob es noch imstande ist, die Kultur zu inspirieren und die ganze Menschheit an seinen Schätzen teilhaben zu lassen.”

Die Menschen in Europa müssten gemeinsam die Herausforderungen angehen und im Sinne einer zivilen Gesellschaft für Aufnahme und Solidarität mit den Schwächsten stehen. Gegen die latenten oder offenen Konflikte gelte es, Brücken zu bauen, so der Papst an die Zuhörer. Jede authentische Einheit lebe von dem Reichtum der Vielfalt, wie eine Familie, die viel mehr Einheit sein könne, als ein Einzelner für sich ohne Angst leben könne.

„Wenn das ganze Europa eine Familie der Völker sein will, muss sie den Menschen wieder ins Zentrum rücken, ein offener, aufnahmefreundlicher Kontinent sein, und Zusammenarbeiten fortsetzen, die nicht nur auf Wirtschaft gründen, sondern auch im sozialen und kulturellen Bereich.“

Der ökumenische Zusammenschluss von „Miteinander für Europa“, der auch die katholischen Bewegungen wie Fokolar oder Schönstatt angehören, könne mit seinen Charismen die christlichen Werte bewerben und so einen Beitrag leisten zum Umgang mit den Krisen des Kontinents:

„Euer Lebensstil gründet auf der gegenseitigen Liebe, gelebt mit den Wurzeln des Evangeliums. Eine Kultur der Gegenseitigkeit bedeutet, sich zu konfrontieren, sich gegenseitig wertzuschätzen, aufzunehmen, zu unterstützen. Erhaltet die Frische eurer Charismen, haltet das Miteinander lebendig, weitet es aus! Macht, dass eure Häuser, Gemeinschaften, Städte zu Laboratorien der Gemeinschaft, Freundschaft und Brüderlichkeit werden, imstande, zu integrieren, offen für die ganze Welt.“

(rv 02.07.2016 cz)

Krieg und Frieden

 

Sobald sich die Herzen voneinander entfernen, entsteht Krieg.“ (Frühmesse im Gästehaus Santa Marta am 25.02.2014)

 

„Ich will mir den Schrei zu eigen machen, der mit wachsender Sorge aus jedem Teil der Erde, aus jedem Volk, aus dem Herzen eines jeden aufsteigt, aus der ganzen Menschheitsfamilie: Das ist der Schrei nach Frieden! Wir wollen eine Welt des Friedens, wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein, wir wollen, dass in dieser unserer Gesellschaft, die von Spaltungen und Konflikten durchzogen wird, der Friede ausbreche! Nie wieder Krieg! Nie wieder Krieg!“

(Angelusgebet am 01.09.2013)

 

„Um das Gut des Friedens zu gewinnen, muss man vor allem zum Frieden erziehen, indem man eine Kultur des Konfliktes fernhält, die auf die Angst vor dem anderen, auf die Ausgrenzung dessen, der anders denkt oder lebt, ausgerichtet ist. Freilich darf der Konflikt nicht ignoriert oder beschönigt werden; man muss sich ihm stellen. Wenn wir uns aber in ihn verstricken, verlieren wir die Perspektive, die Horizonte verengen sich, und die Wirklichkeit selbst zerbröckelt. Wenn wir in der Konfliktsituation verharren, verlieren wir den Sinn für die tiefe Einheit der Wirklichkeit, halten die Geschichte an und verfallen der inneren Zermürbung durch fruchtlose Widersprüche.“

(Ansprache vor dem Europarat, Straßburg, 25. November 2014)

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Die eigene Tür

Eine gastfreundliche Haltung,

eine hilfsbereite Hand,

die Bereitschaft,

die eigene Tür zu öffnen,

die Lust,

einen Tisch zu decken

und die nötigen Speisen darauf zu stellen,

das sind wohl Tugenden,

die wir dringlich brauchen.

Der Flüchtling, der Umgetrieben,

der Heimatlose,

sie begegnen uns auf Schritt und Tritt.

Manch einer hat wirklich keine Bleibe,

ein anderer ist geistig heimatlos,

auch er auf der Suche nach Obdach.

Der Religionsphilosoph und Theologe Romano Guardini fordert dazu auf:

"Wir müssen ihm eine Heimat bieten können.

Dazu müssen wir erst selber eine Heimat haben: Gott."

Freundschaft braucht einen guten Boden,

Gastfreundschaft ein weites Herz.

Guardini hat versucht, diese Aufgabe zu umreißen:

"Das ist der Gastfreundschaft tiefster Sinn:

Dass ein Mensch dem anderen Rast gebe

auf der großen Wanderschaft zum ewigen Zuhause.

Dass er für eine Weile ihm Bleibe gebe für die Seele,

Ruhe und Kraft, und das Vertrauen:

Wir sind Weggenossen 

und haben gleiche Fahrt."

Otto Betz in: "Freundschaften sind wie Heimat"

 

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Papst Franziskus in Armenien

Aus den Gräueln der Vergangenheit lernen, wie Frieden zu gestalten wäre: Diesen Wunsch äußerte Papst Franziskus auf armenischem Boden in seiner Ansprache an den Staatspräsidenten, Diplomaten, Politiker und Vertreter des öffentlichen Lebens. Der Papst ging auf das nationale Trauma der Armenier ein, das von den Osmanen durchgeführte Massaker in den Jahren 1915/1916. Der „Metz Yeghern” -  das „große Übel”, wie die Armenier selbst die Vertreibung und die Massaker nennen - „diese Tragödie, dieser Völkermord“ habe „leider die traurige Liste der entsetzlichen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts” wiederholt, die „von anormalen rassistischen, ideologischen oder religiösen Motivationen ermöglicht wurden, welche den Geist der Menschenschinder so weit verdunkelten, dass sie sich das Ziel setzten, ganze Völker auszurotten.”

Er wünsche sich von Herzen, fuhr der Papst fort, dass „die Menschheit aus diesen tragischen Erfahrungen die Lehre ziehen kann, verantwortungsvoll und klug zu handeln, um den Gefahren vorzubeugen, in solche Gräuel zurückzufallen.” In den internationalen Streitfragen - Franziskus nannte keine konkret, doch alle Anwesenden dachten an die Scharmützel Armeniens mit den Nachbarländern Georgien, Aserbeidschan, Türkei und Iran – solle daher stets Dialog vorherrschen, die „echte Suche nach dem Frieden” und „der beharrliche Einsatz der internationalen Organismen”. Franziskus bot in einem solchen Prozess auch die Unterstützung der katholischen Kirche an. Und er mahnte alle religiösen Menschen dazu, gemeinsam gegen Religionsmissbrauch vorzugehen. Wer sich der Religion bediene, um Krieg und gewaltsame Verfolgung zu rechtfertigen, müsse isoliert werden. Auf diese Weise nämlich werde der „heilige Name Gottes instrumentalisiert und manipuliert”.

Radio Vaticana

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Gott allein stehe ein Urteil über den Menschen zu. „Unter uns nur Liebe und Verständnis, Gebet für die anderen, wenn wir sehen, dass etwas nicht in Ordnung ist, auch mit ihnen sprechen: „Hör mal, ich sehe das und das, vielleicht…“ Aber niemals verurteilen. Niemals. Es ist Scheinheiligkeit, wenn wir verurteilen.“

Wenn wir verurteilen, dann setzen wir uns an die Stelle Gottes, aber „unser Urteil ist ein ärmliches Urteil“, es kann „kein wirkliches Urteil“ sein, „weil ihm die Barmherzigkeit fehlt“ . „Und wenn Gott urteilt, dann urteilt er mit Barmherzigkeit.“

Papst Franziskus

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Weltflüchtlingstag:

Die Statistiken des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen zeigen: Europa trägt einen ziemlich kleinen Teil der Last.

• Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, davon 41 Millionen in ihrem Heimatland.

• Der Bericht verdeutlicht: Europa, wo sich viele überfordert fühlen, trägt einen relativ kleinen Teil des globalen Phänomens, 4,4 Millionen Flüchtlinge. Und 2,5 Millionen von diesen schultert die Türkei.

• Was die Menschen verjagt, ist fast immer menschengemacht - Kriege und Konflikte, die Gewalt der Natur ist weniger brutal.

„Flüchtlinge sind Menschen wie alle,

aber der Krieg hat ihnen Haus, Arbeit, Familie und Freunde entrissen.

Ihre Geschichten und ihre Gesichter fordern von uns,

dass wir den Einsatz für Frieden in Gerechtigkeit neu angehen.

Darum wollen wir mit ihnen sein:

sie treffen, sie aufnehmen, sie anhören.

Damit wir zusammen nach Gottes Willen Handwerker des Friedens werden.“

Papst Franziskus

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"Gewalt ist es auch, Mauern und Barrieren zu errichtenum diejenigen zu stoppen, die einen Ort des Friedens suchen. ...

Und Gewalt ist es auch, Menschen zurückzudrängen,

die vor unmenschlichen Bedingung

in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft fliehen." 

(Papst Franziskus )

Botschaft an das Internationale Friedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio in Tirana am 6. September 2015)

 

Unser Papst Franziskus spricht:

„Es ist das Beste, was wir hören können: es ändert die Welt. Ein wenig Barmherzigkeit macht die Welt weniger kalt und viel gerechter. Wir haben es notwendig, diese Barmherzigkeit Gottes gut zu verstehen, dieses barmherzigen Vaters, der so viel Geduld hat.“ (Angelusgebet am 17.03.2013)


  „Die Barmherzigkeit Gottes kommt von oben. Es ist an uns, als Amtsinhaber der Kirche, diese Botschaft lebendig zu halten, besonders in der Predigt, in den Gesten, Zeichen, in den seelsorgerlichen Entscheidungen, etwa der Entscheidung, dem Sakrament der Versöhnung Priorität einzuräumen.“ (Begegnung mit dem Klerus der Stadt Rom, 06.03.2014)

 

"Niemand ist von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen, niemand ist von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen! Alle kennen den Weg, um sie zu betreten und die Kirche ist das Haus, das alle aufnimmt und niemanden zurückweist. Ihre Tore sind weit offen, so dass alle, die von der Gnade berührt sind, die Sicherheit der Vergebung finden können. So groß die Sünden sein mögen, größer ist die Liebe der Kirche für diejenigen, die sich bekehren. Mit viel Liebe blickt Jesus auf uns! Mit wie viel Liebe heilt er unser sündiges Herz! Er wendet sich nie von unseren Sünden ab." (Predigt während der Bußandacht mit anschließender Einzelbeichte, 13.03.2015)

„Barmherzigkeit ist das erste Attribut Gottes. Es ist der Name Gottes. Es gibt keine Situationen, in denen wir nicht herausgehen können, wir sind nicht verdammt dazu, im Treibsand zu versinken.“ (aus: "Der Name Gottes ist Barmherzigkeit", 2016)

 

„Die Kirche ist nicht in der Welt, um zu verurteilen, sondern um die Begegnung mit dieser ursprünglichen Liebe zu ermöglichen, die die Barmherzigkeit Gottes ist. Damit das geschieht, muss man herausgehen. Herausgehen aus den Kirchen und Pfarreien, herausgehen und die Menschen dort suchen, wo sie leben, wo sie leiden, wo sie hoffen.“ (aus: "Der Name Gottes ist Barmherzigkeit", 2016) Papst Franiskus 1

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Die Last meiner Schuld

Aus: Anni Hennersperger/Michael Hüttner, Gemeinschaft feiern, Lahn Verlag, Limburg 1994.

 

 

Mahatma Gandhi berichtete aus seinem Leben: "Ich war fünfzehn Jahre, als ich einen Diebstahl beging. Weil ich Schulden hatte, stahl ich meinem Vater ein goldenes Armband, um die Schuld zu bezahlen. Aber ich konnte die Last meiner Schuld nicht ertragen. Als ich vor ihm stand, brachte ich vor Scham den Mund nicht auf. Ich schrieb also mein Bekenntnis nieder. Als ich ihm den Zettel überreichte, zitterte ich am ganzen Körper. Mein Vater las den Zettel, schloss die Augen, und dann - zerriss er ihn. `es ist gut`, sagte er noch, Und dann nahm er mich in die Arme: Von da an hatte ich meinen Vater noch viel lieber."

 

 

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Die Liebe der Familie

Aus: Antony de Mello, Warum der Schäfer jedes Wetter liebt. Weisheitsgeschichten. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1988.

  Einen Schüler verlangte es von ganzem Herzen, der Welt zu entsagen, aber er behauptete, seine Familie liebe ihn zu sehr, um ihn gehen zu lassen.
  „Liebe?“ sagte sein Guru. „Das ist durchaus keine Liebe. Hör zu“, und er offenbarte dem Schüler ein Yoga-Geheimnis, wie er seinen eigenen Tod simulieren könnte. Am nächsten Tag war der Mann allem äußeren Anschein nach tot, und das Haus hallte wider vom Weinen und Klagen seiner Familie.
  Dann tauchte der Guru auf und sagte den trauernden Angehörigen, er habe die Macht, den Mann wieder zum Leben zu erwecken, wenn jemand an seiner Stelle sterben würde. Freiwillige vor!
  Zum Erstaunen des „Leichnams“ begann jedes Familienmitglied Gründe vorzubringen, warum gerade er am Leben bleiben müsste. Seine Frau fasste die Gefühle aller zusammen und sagte: „Es ist eigentlich wirklich nicht notwendig, dass jemand seinen Platz einnimmt. Wir werden auch ohne ihn fertig werden.“

 

 

Plädoyer für den Werktagsgottesdienst (leicht provokant)

 

Prof. Dr. Ulrich Lüke, Lehrstuhl für Systematische Theologie, RWTH Aachen

 (in „Gottesdienst“ 12/2016)

 

Wann immer ich zu Vorträgen, auf dienstlichen Reisen oder im Urlaub fremde Städte besu­che, besuche ich auch immer die Kirchen. Und es tut mir gut, dort einen Augenblick lang zur Ruhe und Besinnung zu kommen. Es macht mir auch Freude, eindrucksvolle Architektur zu bestaunen, mich von Kunst­werken gefangen nehmen zu lassen oder, was ja auch gelegentlich geschieht, einem Organisten beim Üben zuzuhören. Das sind dann oft geistlich-kulturelle Glücksmomente und kleine private Werktagsgottesdienste.

 Aber immer öfter erlebe ich es, dass — ein Zug ins Protestantische? — auch die katho­lischen Kirchen verschlossen sind. Und die übliche Begründung, die ich dann von Pfar­rern oder anderen Zuständigen höre, lautet: Es gibt zu viele Vandalen. Nun gut, Vandalen gibt es seit dem ersten Jahrhundert, sie haben auch 455 Rom geplündert. Aber mit denen ist Rom sogar ohne Video-Überwachung fertiggeworden. Weit größer als die Zahl der Vandalen ist die der anständigen Chris­tenmenschen. Und genau denen versperrt man den Zugang zur Kirche. Das ist dann, im Klartext, ein vom Pastoralpersonal un­terbundener privater Werktagsgottesdienst.

 Und dann kommen manche Pfarrer auch noch auf die Idee, die Zahl der Werktagsmes­sen radikal zu kürzen. Manche dieser Pfarrer scheinen zu meinen, nur sie selbst könnten Gottesdienste halten. Und wenn man ihnen immer mehr Gottesdienstorte zuschanzt oder zumutet, dann kürzen sie überall etwas, bis überall fast nichts mehr vorhanden ist. Am Ende steht die flächendeckende Nulllösung. Die bei Kürzungen immer wieder gehörte Begründung lautet: Es kommen ja nur so wenige. Dafür lohnt es ja nicht. Und dann werden die Kosten für Küster, Heizung, Orgelspiel und Reinigung vorgeschoben und die Kirche bleibt geschlossen. Ich weiß auch, nur der Himmel ist umsonst, alles andere kostet. Meines Wissens ist aber die notwendige und hinreichende Mindestanzahl an Gottesdienstbesuchern Zwei. Die Winkel­messen, die zahllose Priester vor dem Konzil ohne Beteiligung einer Gemeinde gehalten haben, oder die synchron gehaltenen Mes­sen an den Seitenaltären, bei denen dann ein Küster an fünf Altären — fast wie ein Simul­tanschachspieler an fünf Brettern — gleich­zeitig Ministrant spielte, mag vielleicht der persönlichen Frömmigkeit der Priester ge­dient haben. Jesus selbst hatte sich das wohl auch anders vorgestellt, wenn er sagte, was wir auch gelegentlich im Kanon singen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versam­melt sind, da bin ich mitten unter ihnen."

 

Wider die spirituelle Magersucht

 Ich sage Ihnen, der teuerste Gottesdienst­raum ist der, der nicht genutzt wird. Wenn die Kirche die ganze Woche über geschlos­sen bleibt und nur am Sonntag für eine Stun­de geöffnet ist, dann ist sie. pro Kopf und Teilnehmer — früher nannte man das die See­lenzahl — am kostspieligsten. Und wenn man dann noch zweimal die Gottesdienstzeiten verlegt oder nach einer nur mit Mondkalen­der und gerad- oder ungeradzahliger Tak­tung nachvollziehbaren Logik die Messtage und Messzeiten festlegt, dann hat man bald alle potentiellen Interessenten frustriert und abgeschüttelt. Dann kann man zur weiteren Streichung von Gottesdiensten übergehen. Die Kirche wird nicht erst durch die Abriss­birne zerstört, sondern schon vorher durch die nicht gehaltenen Gottesdienste. Die Streichung von Werktagsgottesdiensten ist der Beginn einer spirituellen Magersucht.

 Und die Magersucht endet tödlich, wenn man nicht gegensteuert. Aber wie sollte und könnte man gegensteuern? Mit der Einsicht des Patienten, dass die weitere Abmagerung genau der falsche Weg ist, und mit einer dif­ferenzierten und wohl dosierten Ernährung durch einen klugen Therapeuten.

 In den letzten zehn Jahren ist in Deutschland eine dreistellige Zahl von Moscheen entstanden und zugleich haben wir eine dreistellige Zahl von Kirchen pro­faniert und umgewidmet oder direkt platt gemacht. Wir haben, wenn sie stehenblie­ben, Kletterhallen und Konzertsäle, Ver­lagsgebäude und Hotels, Altenwohnungen und Lagerhallen, Museen und Buchhand­lungen und vieles andere mehr daraus ge­macht. Synchron zur abnehmenden Anzahl der Priester haben wir erst die Gottesdienst- und dann die Kirchenzahl reduziert.

Aber wir haben doch nicht weniger Seelsorger als früher, wir haben nur weni­ger Priester. Jeder dieser Seelsorger könnte doch selber Gottesdienst halten, nur viele tun das offenbar nicht oder nur selten. Und des Weiteren könnte diese keineswegs kleine Zahl an Seelsorgern andere dazu ermutigen, anleiten und inspirieren, selber Gottesdiens­te zu gestalten. Es gibt so viele geistreiche und geistliche Gottesdienstformen und so viele inspirierte und inspirierende Christen, dass in jeder Kirche an jedem Tag ein Got­tesdienst sein könnte, und wenn es auch zu­nächst nur für zwei oder drei ist. Da könnten morgens beim Aufschließen der Kirche die Laudes oder abends beim Abschließen die Komplet angeboten werden. Da könnte zum Mittag eine mittägliche Besinnung oder die Sext stattfinden. Da könnte z. B. an jedem Donnerstag, dem Tag des Abendmahls, eine abendliche eucharistische Anbetung statt­finden. Da könnte an jedem Freitagabend als Gebet vor dem Kreuz ein nach den An­regungen von Taize gestalteter meditativer Gottesdienst mit viel Gesang stattfinden. Da könnte ein engagierter Organist jeden Sams­tagmittag eine kleine geistliche Orgelmedita­tion zur besten Marktzeit anbieten. Da könnte in den geprägten Zeiten des Advent und der Fastenzeit eine Abendmeditation angeboten werden. Gestaltungsvorschläge liefern die Hilfswerke Adveniat vor Weihnachten und Misereor vor Ostern frei Haus. Im Übrigen kann der existentiell und spirituell als gehalt­voll und dicht erlebte Werktagsgottesdienst auch inspirierend auf das Gebet und auf die Spiritualität in der Familie wirken oder sie wieder neu anzetteln. Das wäre die je nach Ort und Situation differenziert zu verabrei­chende spirituelle Aufbaukost. All das geht nicht ohne Herz, Hirn und Hand, wohl aber ohne großen technischen, finanziellen und zeitlichen Aufwand. Wenn wir uns natürlich immer neu unter Event-Stress setzen, weil wir glauben, wir selbst müssten mit perfektionier­tem medialen Entertainment die Welt erlösen, dann ist das Kind schon gestorben, bevor es geboren wurde. All das geht auch ohne Pries­ter, aber es geht wohl nur dann ohne Priester, wenn der Priester erkennbar selbst engagiert ist und nicht stattdessen eine ruhige Kugel schiebt oder seinen lauen Lenz pflegt. Wenn ich als Seelsorger nur die anderen Seelen mit Arbeit versorge, wenn ich die Arbeit nur an­deren in die Hand drücke, ohne selbst — auch mal im Freizeitbereich genau wie die ande­ren Gemeindemitglieder — Hand anzulegen, dann ist es sowohl mit der Glaubwürdigkeit meiner selbst als auch mit der Gutwilligkeit der Anderen bald vorbei. Ein solcher Seelsor­ger, der meint, statt mit ehrlicher persönlicher Hingabe mit etwas allgemeiner Moderation und Arbeitsverlagerung davonkommen zu können, der hinterlässt am Ende keine beseel­te, sondern eine entseelte Gemeinde.

 Ich plädiere also gegen diese teils selbst­zufrieden-behäbige, teils kleingläubig-ver­huschte Rückzugspastoral. Denn es ist ein Irrtum zu meinen, der spirituelle Rückzug aus dem Werktag werde den Sonntag retten. Das Gegenteil ist der Fall. Nicht diese ange­kränkelte sedierende Defensivpastoral, son­dern eine aus Selbst- und Gottvertrauen ge­speiste Offensivpastoral im Alltag saniert und salviert auch den Sonn- und Festtag. Denn wir brauchen ihn werktäglich und sonntäglich, alltäglich und festtäglich, eben tagtäglich und lebenslänglich: Den Segen Gottes. Und den bekommt man nicht nur im Sonntags-, sondern auch im Werktagsgottes­dienst unberechenbar, unverdienbar, unermessbar und ganz und gar gratis.            q

  


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Wir brauchen mehr Menschen,

die im Geiste Jesu

miteinander und füreinander da sind.

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Lebendige Gemeinde der Gefirmten

- Firmung ist die Kennkarte des Christseins.

   Die Firmung entfaltet das Leben der Taufe. Mit der Firmung geht Gottes Geist  

   unter die Menschen und will aktiv werden. Die Firmung ist der Motor des

   Christseins.

   (aus der Zeitschrift "Ferment")

- Wer sich firmen lässt, soll in der Gemeinde erfahren haben, was Jesus wollte,

   soll wissen, warum er selber Christ ist, soll unter Beweis stellen, dass er in  

   seinem Leben Jesus folgt, soll fähig werden, im Leben der Gemeinde

   mitzumachen.

   (Josef Wisdorf)

 

MACH MIT - DU ERLEBST GEMEINDE - GEMEINSCHAFT

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Der Geist der Gefirmten prägt und trägt die Gemeinde.

Gemeinde sein heißt:

- Aus dem Geiste einander helfen,

- sich zusammengehörig fühlen

- miteinander und füreinander glauben und leben

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Die Zeichen der Firmung

 

Die Gabe des Heiligen Geistes verbindet die Kirche in der Firmung mit dem 

- Zeichen der Handauflegung durch den Bischof

- die Salbung mit Chrisam

- Besiegelung mit dem Kreuz

   mit den Worten "Name, sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist."

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Die Geistesgaben sind

* Weisheit - unterscheiden können, was wichtig und was unwichtig ist.

* Einsicht - was gut und richtig ist.

* Rat - den richtigen Weg zu gehen.

* Erkenntnis - was Gott von uns will.

* Stärke - das Gute zu tun und das Böse lassen.

* Frömmigkeit - um erfürchtig vor Gott und Menschen zu sein.

* Gottesfurcht - zu sehen, dass Gott gut und heilig ist - ohne Angst.

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Es gibt eine Armut, die viel größer ist als die Armut, der wir in Indien und Afrika gegenüber stehen. Das ist die Armut der Einsamkeit und des Unwohlseins.

Kümmert Euch um die Armen jeder Art in Eurer Nähe.

Mutter Teresa


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