Was bleibt

Alfons Dirscherl

 

Was bleibt,
wenn nicht mehr zählt, was früher wichtig war:
Arbeit und Leistung, Kraft und Stärke?
Was bleibt,
wenn ich mich elend fühle, krank und schwach und angewiesen auf die Hilfe anderer?
Gerade jetzt, wo ich nur wenig tun kann oder gar nichts mehr, gerade jetzt
ist wichtig, zu vertrauen, dass mir die Liebe bleibt, die du mir schenkst,
dass ich nichts tun oder leisten muss,
um bei dir anerkannt zu sein und nicht vergessen.
Du sagst es klar:
Aus sich heraus bringt keine Rebe Frucht;
sie bringt nur Frucht, wenn sie am Weinstock bleibt.
Nicht das, was ich von mir aus noch zustande bringe, zählt:
Es zählt allein, dass ich mit dir verbunden bin.
Von dir kommt jenes Leben, das auch trägt,
wenn Not und Krankheit es belasten.
Um dieses Leben bitte ich:
um das Verbundensein mit dir, dem wahren Weinstock.


In dir will ich bleiben

Boeckholt/Hofmann

 

Am Weinstock Christi möchte ich 
immer mit ihm verbunden bleiben, 
mit ihm verwachsen bleiben, mit ihm in Einheit bleiben, 
damit ich von ihm Zeugnis gebe, damit ich ihn verherrliche, 
damit ich reiche Frucht bringe 
und nicht getrennt werde von ihm, 
und nicht abgeschnitten werde 
und nicht weggeworfen werde.

Frucht will ich bringen, die bleibt,
die Frucht der Verzeihung,
die Frucht der Versöhnung,
die Frucht der Freude,
die Frucht des Glaubens,
die Frucht der Hoffnung,
die Frucht der Liebe.
In dir will ich bleiben, auf dich will ich setzen, 
eins mit dir will ich sein.

............................

 

 

 

40 Tage Fastenzeit

Ohne wenn und aber

Aus: Heidi Rosenstock/Hanna Köhler, Gebetsmappe der Burg Altpernstein.

 

 

Wer sich auf den Weg macht
der wird ein bisschen einsamer
und der braucht
die Einsamkeit
um das zu finden
was wesentlich ist
der braucht
die Kargheit der Wüste
die Zeiten der Stille
das Dunkel der Nacht
um zu erfahren
was wirklich ist
wer sich auf den Weg macht
der braucht
das Suchen - die Mühe - das Fragen

... der geht los
weil er das Leben will
ohne wenn und aber

                                                                         ...................................

SCHRITT FÜR SCHRITT – OSTERN ENTGEGEN

Zur Erklärung:

Ein wichtiger Rat unseres Ordenspatrons Franz von Sales an die Menschen lautet: „Schritt für Schritt“. Es geht nicht darum, am ersten Tag den Gipfel zu erreichen, sondern den Weg zu beginnen, und immer wieder zu beginnen, jeden Tag von neuem. Die Fastenzeit ist so ein Beginn, um in meinem Leben, in meinem Glauben einen Neuanfang zu wagen und Gott Schritt für Schritt näher zu kommen. Ein kleines Gebet für die Woche und eine ganz konkrete praktische Anregung wollen dabei helfen.

ASCHERMITTWOCH: DER SCHRITT ZUR MITTE

„Die Narren gehen immer bis zum Extrem“ (Franz von Sales, DASal 11,173)

Ein kleines Gebet für die Woche:

Herr Jesus Christus,
im Auf und Ab, im Hin und Her meines Lebens
will ich wieder meine Mitte finden.
Und diese Mitte bist du.
Zeig mir den Weg und begleite mich. Amen.

Der kleine Schritt, den ich für mich und die Umwelt gehen will:

Ich werde mir bewusst das Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen lassen und Gott bitten, das Wesentliche meines Lebens vom Unwesentlichen zu unterscheiden.

1. FASTENSONNTAG: DER SCHRITT ZUM LEBEN

„Es gibt keine Rosen ohne Dornen“ (Franz von Sales, DASal 12,287)

Ein kleines Gebet für die Woche:

Herr Jesus Christus,
du hast uns kein problemfreies Leben versprochen,
sondern das Leben in Fülle,
ein von dir und deiner Liebe erfülltes Leben.
Schenke mir Zufriedenheit und Vertrauen. Amen.

Der kleine Schritt, den ich für mich und die Umwelt gehen will:

Ich nehme mir fest vor, dir Zeit zu schenken, täglich eine Viertelstunde Stille.

2. FASTENSONNTAG: DER SCHRITT ZUM BESSEREN

„Unsere Vollkommenheit besteht darin, unsere Unvollkommenheiten zu ertragen“ (Franz von Sales, DASal 2,26)

Ein kleines Gebet für die Woche:

Herr Jesus Christus,
ja, ich gebe es zu, ich bin nicht vollkommen.
Der Fehler hier, die Schwäche dort, machen mir zu schaffen.
Aber ich weiß: Du bist es, der das Unvollkommene vollendet,
der auch auf krummen Zeilen gerade schreiben kann. Amen.

Der kleine Schritt, den ich für mich und die Umwelt gehen will:

Als Zeichen meines Bemühens, mich zu verbessern, werde ich so gut es geht, auf das eigene Kraftfahrzeug verzichten, um Sprit zu sparen.

3. FASTENSONNTAG: DER SCHRITT ZUM GUTEN

„Nicht an der Menge unserer Arbeit hat Gott Freude, sondern an der Liebe, mit der wir arbeiten.“ (Franz von Sales, DASal 2,318)

Ein kleines Gebet für die Woche:

Herr Jesus Christus,
ich weiß, es kommt nicht auf Quantität an, sondern auf Qualität,
ich weiß, wenig und gut ist besser, als viel und irgendwie.
Das klingt leicht, ist aber oft schwer, in die Tat umzusetzen.
Sei beim meinem Tun in meiner Nähe. Amen.

Der kleine Schritt, den ich für mich und die Umwelt gehen will:

In dieser Woche werde ich bewusst kein Fleisch essen, um mich daran zu erinnern, dass es auf Lebensqualität ankommt, nicht auf Lebensquantität.

4. FASTENSONNTAG: DER SCHRITT ZU GOTT

„Gott wird niemals jene verlassen, die ihn nicht verlassen wollen.“ (Franz von Sales, DASal 6,209)

Ein kleines Gebet für die Woche:

Herr Jesus Christus,
auch wenn es oft so aussieht, aber ich versichere dir:
Ich will dich nicht verlassen.
Du sollst mein Leben begleiten, du bist mir wichtig,
immer und überall, zu jeder Zeit. Amen.

Der kleine Schritt, den ich für mich und die Umwelt gehen will:

Ich werde bewusst Plastikmüll vermeiden und allen Müll aus meiner Seele räumen, der mich hindert, Gott nahe zu sein.

5. FASTENSONNTAG: DER SCHRITT ZUM KREUZ

„Erfasst die Weisheit des Kreuzes.“ (Franz von Sales, DASal 2,342)

Ein kleines Gebet für die Woche:

Herr Jesus Christus,
Kreuze hängen überall und wollen mich daran erinnern,
mit welcher Liebe du uns Menschen liebst.
Lass mich diese Weisheit nie vergessen,
die in diesem Symbol schlummert. Amen.

Der kleine Schritt, den ich für mich und die Umwelt gehen will:

Ich werde in dieser Woche nur Wasser aus dem Wasserhahn trinken, um mich daran zu erinnern, dass weder das Kreuz, noch das Wasser selbstverständlich sind.

6. FASTENSONNTAG: DER SCHRITT ZUM NÄCHSTEN

„Das Kreuz ist das wahre Buch der Christen.“ (Franz von Sales, DASal 9,57)

Ein kleines Gebet für die Woche:

Herr Jesus Christus,
dein Kreuz zeigt nach oben und nach unten,
es zeigt nach links und nach rechts.
Im Blick auf dein Kreuz erkenne ich,
dass die Liebe zu dir, die Liebe zu mir und die Liebe zum Nächsten
die Grundlage deiner Botschaft bilden.
Lass mich das nie vergessen. Amen.

Der kleine Schritt, den ich für mich und die Umwelt gehen will:

Um mir bewusst zu machen, dass ich nicht allein auf dieser Welt bin, werde ich die Dinge, die ich nicht mehr brauche, an jene verschenken oder tauschen, die sie gebrauchen können.

OSTERSONNTAG: DER SCHRITT ZUR FREUDE

„Gott ist der Gott der Freude“ (Franz von Sales, DASal 6,89)

Ein kleines Gebet für die Woche:

Herr Jesus Christus,
ja, du bist der Gott der Freude.
Du hast die Sünde besiegt, du hast den Tod besiegt,
und uns eine unbändige Freude geschenkt, die nichts und niemand zerstören kann,
eine Freude, die lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Der kleine Schritt, den ich für mich und die Umwelt gehen will:

Ich werde jemandem eine kleine Freude machen, um mit ihm die Freude des Osterfestes zu teilen.

(aus Pfarre St. Franz von Sales, Kaasgraben)

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Frieden, Frieden will ich rufen

Christa Spilling-Nöker in: für jeden leuchtet ein Stern. Weihnachtliche Texte. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2010.

 

Frieden, Frieden will ich rufen,
dass der Stern auch heute
in dir aufgeht und mit hellem Licht
deine Angst und Trauer, Schmerz und Schuld
ein für alle Mal durchbricht
und jetzt ruhen kann, was gestern war,

dass sich deine Sehnsucht endlich stillt
und sich auf geheimnisvolle Weise
in der Zukunft auch dein Lebenstraum erfüllt.
Deine Wünsche werden wahr:

 

 

 

 

Frieden, Frieden will ich rufen,
dass der Stern von Betlehem
nicht nur vor zweitausend Jahren
als die Weisen aus dem Morgenland
in dem Stall und an der Krippe waren,
Dunkelheit mit seinem Licht erhellt,

sondern dass die Waffen heute schweigen
und kein Mensch mehr um Gewalt und Hunger weiß,
dass die Mächtigen sich vor dem Schwachen neigen,
und es endlich Friede wird in dieser Welt,

der für alle Zeiten hält.

So gesegnet sei dein neues Jahr. 

 

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Ich lade jeden Christen ein,

gleich an welchem Ort

und in welcher Lage er sich befindet,

noch heute seine persönliche Begegnung

mit Jesus Christus zu erneuern

oder zumindest den Entschluss zu fassen,

sich von ihm finden zu lassen,

ihn jeden Tag ohne Unterlass zu suchen.

Papst Franziskus (Evangelii Gaudium 3)

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                                                            *****************************I

Ich träume von einer Kirche, die weit ist und offen für alle,

die heimatlos Halt und Hilfe suchen.

Ich träume von einer Kirche,

die nicht auf Ämter setzt und auf Sicherheit,

sondern auf Liebe und Vertrauen.

Ich träume von einer Kirche,

in der das Wort ihres Herrn mehr gilt

als die Erfolgsrezepte der Welt.

Ich träume von einer Kirche, die, ganz irdisch, die Erde hütet

und alles, was lebt, mitnimmt auf dem Weg in den Himmel.

 

(Aus: E. Beck, Gemeindebibel, Lesejahr A-B-C © Verlag Kath. Bibelwerk GmbH, Stuttgart 2004, S. 248)

********************************************************

 

Wir wollen Jesus sehen.

Wir wollen ihm zuhören, wenn er Worte sagt, die unser Herz berühren.

Wir hören so viel - jeden Tag: Slogans, Wahlparolen, Versprechungen, Verkehrslärm, Gerede, Musik vom Endlos-Band ...

Wir wollen Worte hören, die von der Liebe zu den Fremden und Übersehenen sprechen.

Wir wollen Jesus sehen, der seine Hand auf Wunden legt.

 

Wir wollen Jesus sehen, wie er über‘s Wasser geht.

Wir wollen, dass er unsere Hand ergreift,

damit wir Mut und Kraft bekommen zum Glauben.

Wir wollen Jesus zuhören, wenn er sich an Gott, den Vater, wendet.

Wir wollen einen Blick bekommen für die Schönheit der Feldblumen

und die Selbstverständlichkeit, mit der die Vögel aus Gottes Fülle leben.

 

Wir wollen Jesus sehen, wie er seinen Jüngern die Füße wäscht,

der sich klein macht, der tut, was man nicht tun müsste,

wir wollen selbst Nähe und Berührung zulassen -

und uns treffen lassen vom Leid der Menschen.

 

Wir wollen Jesus sehen, wenn er schwach ist,

wenn er Angst vor dem Tod hat, wenn er dem Zorn nachgibt,

wenn er menschlich ist.

Wir wollen Menschen, bei denen wir schwach sein können,

aber auch leidenschaftlich.

Wir wollen Menschen, die den Tod nicht totschweigen, und:

Wir wollen Jesus hören, wie er Worte des Lebens spricht.

Wir wollen mit Jesus auferstehen aus Ängsten, aus aller Gebundenheit.

 

Wir wollen Jesus sehen.      Petra Gaidetzka

                                                     -----------------------------------------------------

 

Unterwegs zu dir

Aus: Elmar Simma; Hätte aber die Liebe nicht., Otto Müller -Verlag, Salzburg, Wien, 2001

 

 

Als Zeugen deiner Liebe 
sind wir unterwegs zu dir.
Als Glieder deiner Kirche
sind wir unterwegs zu dir.
Wenn wir von unserem Brot und Leben teilen,
sind wir unterwegs zu dir.
Wenn wir die Schwachen stützen,
sind wir unterwegs zu dir.
Wenn wir Kranke betreuen,
sind wir unterwegs zu dir.
Wenn wir für die Bedrängten beten,
sind wir unterwegs zu dir.
Wenn wir Kinder unterrichten,
sind wir unterwegs zu dir.
Wen wir bei Sterbenden verweilen,
sind wir unterwegs zu dir.
Wenn wir uns gegen Unrecht stellen,
sind wir unterwegs zu dir.
Aus allen Städten und Dörfern,
sind wir unterwegs zu dir.
Als Boten der Gerechtigkeit und des Friedens,
sind wir unterwegs zu dir.
Wenn wir Gottesdienst feiern,
sind wir unterwegs zu dir.

(Lied aus Südamerika)

 

 

Papst Franziskus fordert  die großen Religionen eindringlich zu einem Bekenntnis zum Frieden auf. „Das Thema Religion findet sich derzeit immer wieder auf Seite eins der Zeitungen – leider oft im Zusammenhang mit Gewalt.“ Das schreibt der Präsident des päpstlichen Dialogrates, Kardinal Jean-Louis Tauran, in einer Botschaft, die an diesem Samstag veröffentlicht wurde.

Das Schreiben aus dem Vatikan richtet sich an die Buddhisten, Anlass ist ihr Vesakh-Fest. Der Inhalt allerdings geht keineswegs nur oder in erster Linie Buddhisten an, sondern zielt auf die Religionen überhaupt. Religionen müssten „dringend eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit fördern“, schreibt der aus Frankreich stammende Kurienkardinal.

„Während viele Gläubige sich tatsächlich für Frieden einsetzen, instrumentalisieren andere die Religion, um Taten der Gewalt und des Hasses zu rechtfertigen“, beklagt Tauran. Zwar sei die weltweite Zusammenarbeit zwischen den Religionen immer enger, „doch gleichzeitig erleben wir auch eine Politisierung der Religion“. Das verlange von den Religionen „ein Zurückweisen von Gewalt in all ihren Formen“.


Gott, es sagt sich so leicht und wir sagen es täglich:

„Dein Wille geschehe!“

Aber wenn Du dann willst,

irgendetwas oder gar alles –

dann sagen wir: Nein! Ausgeschlossen!

Das kann doch nicht wahr sein!

Wie sollen wir das schaffen?

Wie sollen wir das aushalten?

Unmöglich!

Dein Sohn aber sagt:

„Nichts wird euch unmöglich sein!

Wenn ihr nur Glauben habt!

Auch wenn dieser so klein ist wie ein Senfkorn!“ (Mt 17,20)

Denn wer glaubt, dem wird Macht gegeben, in dem – wohnt Gott.

Und bei Gott – ist nichts unmöglich.

Gott ich glaube!

Hilf meinem Unglauben!

(Verfasser unbekannt)

                                                                   ..........................................

Sobald sich die Herzen voneinander entfernen,

entsteht Krieg.

Wir wollen eine Welt des Friedens,

wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein,

wir wollen, dass in dieser unserer Gesellschaft,

die von Spaltungen und Konflikten durzogen wird,

der Friede ausbreche!

Nie wieder Krieg!

Nie wieder Krieg!

Papst Franziskus

Gewalt und Krieg sind niemals der Weg des Friedens sein.

Vergebung, Dialog, Versöhnung sind die Worte des Friedens -

in der geliebten syrischen Nation,

im Vorderen Orient,

in der ganzen Welt.

 

Wir haben unsere Waffen vervollkommnet,

unser Gewissen ist eingeschlagen,

und wir haben ausgeklügeltere Begründungen gefunden,

um uns zu rechtfertigen.

Papst Franziskus

                                                             ******************************

Gott ist der Gott der Freude.

Die Freude ist also die echte religiöse Haltung.

Franz von Sales (François de Sales)

Wünsche nicht,

etwas anderes zu sein

als was Du bist,

aber versuche, 

dies so gut wie möglich zu sein. 

                                                                                                                                            Hl. Franz von Sales

Christsein ist nicht nur ein Glaube, der sich nach Christus ausstreckt,

sondern drückt sich am kraftvollsten aus in der Hingabe zueinander.

Gordon MacDonald 

Jede christliche Gemeinschaft muss

eine Oase der Liebe und Herzlichkeit

in der Wüste der Einsamkeit und Gleichgültigkeit sein.

Papst Franziskus

                                                                        *******************

Europa hat den weisen, kühnen und tapferen Widerstand Jesu von Nazareth als passiven Widerstand missdeutet, wie wenn es sich um die Tat eines Schwächlings handelte. Als ich das Neue Testament zum erstenmal las, fand ich nichts von Passivität oder Schwäche an Jesus in den Schilderungen, die die vier Evangelien von ihm geben.
 Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G. 1869-1948) indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Wenn Ihr Land und das meinige aufgrund der Lehren zusammenkommen, die von Christus in der Bergpredigt niedergelegt wurden, werden wir die Probleme gelöst haben, nicht nur diejenigen unserer Länder, sondern auch die der ganzen Welt.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G. 1869-1948) indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

                                                          xxxxxxxxxxxxxxxxxx

Barmherzigkeit, das sei ein Lebensstil, so der Papst Franziskus vor Zehntausenden Besuchern auf dem Petersplatz. Und er empfahl einen Dreischritt zur Umsetzung dieses Lebensstils: „Barmherzigkeit hat Augen, zu sehen, Ohren, zu hören, und Hände, um aufzuhelfen.“

Der Alltag biete viele Gelegenheiten, die Bedürfnisse von armen und leidgeprüften Menschen wahrzunehmen, viele von uns aber gingen in Gleichgültigkeit daran vorbei. Diese Gleichgültigkeit „macht scheinheilig und ohne dass wir es merken, mündet sie in eine spirituelle Lethargie, die den Geist unempfindlich macht und das Leben steril.“

Die globalisierte Welt, fuhr der Papst fort, schafft heute neue Formen der materiellen und der geistigen Armut. Es gelte, „wach wie Funken“ zu sein, damit „der Blick des Christen angesichts der neuen, von der Wohlstandskultur geschaffenen Formen der Armut nicht schwach wird und unfähig dazu, das Wichtige zu sehen.“ Das Wesentliche sei es in einer solchen Lage, auf Jesus zu sehen und Jesus im Hungrigen zu sehen, im Gefangenen, im Kranken, im Unbekleideten, im Arbeitslosen, der eine Familie zu ernähren hat. Aber auch in jenem, der einsam und traurig ist, der sich täuscht und Rat braucht, in jenem, der Bedarf nach einer Begleitung in der Stille hat.“

Papst Franiskus über Europa

 

„Von mehreren Seiten aus gewinnt man den Gesamteindruck der Müdigkeit, der Alterung, die Impression eines Europas,

das Großmutter und nicht mehr fruchtbar und lebendig ist.

Demnach scheinen die großen Ideale, die Europa inspiriert haben,

ihre Anziehungskraft verloren zu haben

zugunsten von bürokratischen Verwaltungsapparaten seiner Institutionen.“ (Ansprache an das Europaparlament, Straßburg,  25. November 2014)

 

„Wir können Europa fragen:

Wo ist deine Kraft?

Wo ist jenes geistige Streben, das deine Geschichte belebt hat

und durch das sie Bedeutung erlangte?

Wo ist dein Geist wissbegieriger Unternehmungslust?

Wo ist dein Durst nach Wahrheit,

den du der Welt bisher mit Leidenschaft vermittelt hast?“

(Ansprache vor dem Europarat, Straßburg, 25. November 2014)

 

 „Die Stunde ist gekommen, gemeinsam das Europa aufzubauen,

das sich nicht um die Wirtschaft dreht,

sondern um die Heiligkeit der menschlichen Person,

der unveräußerlichen Werte;

das Europa, das mutig seine Vergangenheit umfasst

und vertrauensvoll in die Zukunft blickt,

um in Fülle und voll Hoffnung seine Gegenwart zu leben.

Es ist der Moment gekommen,

den Gedanken eines verängstigten

und in sich selbst verkrümmten Europas fallen zu lassen,

um ein Europa zu erwecken und zu fördern,

das ein Protagonist ist und Träger von Wissenschaft,

Kunst, Musik, menschlichen Werten

und auch Träger des Glaubens ist.

Das Europa, das den Himmel betrachtet und Ideale verfolgt;

das Europa, das auf den Menschen schaut, ihn verteidigt und schützt;

das Europa, das auf sicherem, festem Boden voranschreitet,

ein kostbarer Bezugspunkt für die gesamte Menschheit!“

(Ansprache an das Europaparlament, Straßburg,  25. November 2014)

                                  +++++++++++++++++++++++++++++++++++

„Wir sind nicht auf Erden, um ein Museum zu hüten,

sondern einen Garten zu pflegen,

der von blühendem Leben strotzt

und für eine schöne Zukunft bestimmt ist.“(  Papst Johannes XXII)

In diesem Sinne, lassen wir uns von der Vision des Gartens anstecken und bauen mit...

                                                       ++++++++++++++++++++++++++

                                                                 Man fällt nicht über seine Fehler.

Man fällt immer über seine Feinde,

die diese Fehler ausnutzen.

Kurt Tucholsky

Gehe mutig von Augenblick

zu Augenblick auf dem Weg,

auf den Gott dich gestellt hat.

Louise de Marillac

Ohne Träume und Visionen

kann nichts Großes entstehen

 Schön ist eigentlich alles,

was man mit Liebe betrachtet

 Die beste Freundin – der beste Freund

ist der Ruhepunkt,

zu dem man immer wieder

zurückkehren kann.

 Es gehört mehr Mut dazu,

ein guter Christ zu sein

als ein schlechter.

 Das Schwerste für den Menschen ist

die Selbsterkenntnis

 Viel Kälte ist unter den Menschen,

weil wir nicht wagen,

uns so herzlich zu geben,

wie wir sind.

 Das Geheimnis des Können

liegt

im Wollen 

*************************************************************************************

Die schlimmste Armut ist Einsamkeit und das Gefühl, unbeachtet und unerwünscht zu sein. (Mutter Teresa)

Für Kinder und in Familien ist Beten dringend nötig.

Liebe beginnt zu Hause und daher ist es wichtig,

dass man zusammen betet.

Wenn ihr zusammen betet,

werdet ihr zusammenbleiben und euch so lieben,

wie Gott jeden von euch liebt.

     

Gott hat uns geschaffen,

damit wir leben und geliebt werden.

     

Gib der Welt das Beste, was du hast - es wird nicht genug sein.

Trotzdem - gib weiter dein Bestes.

     

Gott achtet nicht darauf,

wie viel wir tun,

sondern

mit wie viel Liebe wir etwas tun.

     

Gott ein Freund der Stille.

Seht, wie die Bäume,

die Blumen,

das Gras in einer tiefen Stille wachsen,

wie Sterne, Mond und Sonne in der Stille auf-

und untergehen.

     

Gott hat die Armut nicht erschaffen.

Er erschuf nur uns.

Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren,

an die Sprache der Waffen, an die Macht der Mächtigen.

Doch ich will glauben an das Recht der Menschen,

an die offene Hand, an die Gewaltlosigkeit.

Ich will nicht glauben an Rasse oder Reichtum,

an Vorrecht und Privilegien, an feststehende Ordnungen.

Doch ich will glauben, dass alle Menschen wirklich Menschen sind

und dass die Ordnung des Unrechts wirklich Unordnung ist.

Ich glaube nicht, dass ich Unrecht bekämpfen kann,

wenn ich irgendein Unrecht bestehen lasse.

Doch ich will glauben, dass das Recht ungeteilt ist - hier und dort - und dass ich nicht frei bin, solange noch irgendein Mensch Sklave ist.

Ich glaube nicht, dass Liebe Selbstbetrug, Freundschaft unzuverlässig und alle Worte Lügen sind.

Doch ich will glauben an die Liebe, die erträgt, an die Offenheit und das Vertrauen zueinander

und an ein Wort, das wirklich sagt, was es sagt.

 (Aus: Hildegard Goss-Mayr, Der Mensch vor dem Unrecht, Europa-Verlag Wien 2. Auflage 1976)

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24. Juni 2018